1840 entstand die Untere Rostmühle als Kundenmühle für die Bauern von Ottoschwanden, da die Bauern zuvor meist in Kenzingen mahlen lassen mussten und die Obere Rostmühle, zu dieser Zeit einzige Kundenmühle, nur an wenigen Zeiten genügend Wasser hatte, um das Getreide zu mahlen. Das große Wasserrad betrieb zwei Mahlgänge.

Durch die abgelegene Lage musste der Müller autark sein, deshalb fanden sich bei der Mühle Ökonomiegebäude und ein Backhaus.

 

 

Alle Gebäude, Mauern, Treppen und noch vorhandenen
Wasserrinnen wurden aus handbehauenem Sandstein aus der näheren Umgebung errichtet.
Das gesamte Anwesen wurde nach logistischen Gesichtspunkten, ausgehend vom Lauf des Wassers, der Lage im Tal und dem vorhandenen Felsgestein teilweise aus dem Naturfels geschlagen und ist ein Beispiel meisterlicher Handwerkskunst, so wie Zeuge von schwerer Arbeit und der Tatkraft vieler Menschen.


Mit ihrer charakteristischen Lage im Tal zeigt das Gebäude beispielhaft einen klassischen Mühlenstandort.
Das Wohn- und Mühlengebäude ist mit seiner erhaltenen wandfesten Innenausstattung ein aussagekräftiges
Dokument für die Mühlengebäude des 19. Jahrhunderts.

 

 

 

Zur Mühle gehörte früher noch eine Hanfreibe, und eine Gerstenrölle, welche durch einen Wasserlauf aus Sandstein (historischer Hangkanal)  direkt mit der Mühle verbunden waren.
Der Wasserlauf ist noch sichtbar und dürfte fast vollständig erhalten sein. Er ist jedoch überwachsen und müsste auf die Gesamtlänge von 150 bis 200 Metern von Erde und Unkraut befreit werden. Die ehemalige Hanfreibe ist noch als Ruine zu sehen und steht im Wald an der Grenze zur Gemarkung Kenzingen.

Der ehemalige Mühlenweiher ist ebenfalls nahezu zugewachsen, befindet sich jedoch noch in der ursprünglichen Lage am Zusammenfluss vom Rostbach und Goldbach.

Fam. Rist am Mühlenweiher ca. 1930~1.jpg

Fam. Rist am Mühlenweiher ca. 1930.

Die Müllerin mit Kindern ca. 1930~1.jpg

Die Müllerin mit Ihren Kindern.

beim Eingang zum Mühlenraum ca. 1940~1.jpg

Beim Eingang zum Mühlradschacht ca. 1940.

 

 

Während des zweiten Weltkriegs wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.
Danach stand das Gebäude fast 30 Jahre leer, bis es vom Ehepaar Mies-Holmer von der Gemeinde Freiamt erworben wurde.

Dies war die Rettung der Mühle, leider war das Mühlrad bereits verschwunden und das Mahlwerk in solch einem desolaten Zustand, dass aus Sicherheitsgründen der Rest des Gebälks entfernt werden musste.

Nunmehr soll die Mühle wieder èrwachen`und zu einem Zentrum für Geselligkeit und Handwerk und Kunst werden.